Hier finden Sie neben der Darstellung der formalen studienorganisatorischen Rahmenbedingungen auch viele alltagspraktische Tipps rund um das Thema Studienorganisation mit Kind.

Urlaubssemester aus Erziehungsgründen

Schwangere und Studierende mit Kind(ern) können sich beim Immatrikulationsamt vom Studium beurlauben lassen. Für Schwangerschaft wird in der Regel ein Urlaubssemester gewährt, wenn die Beurlaubung zeitlich plausibel ist (z.B. wenn der Geburtstermin mitten im Semester ist) oder ein ärztliches Attest vorgelegt wird. 

Studierenden mit Kind stehen während der ersten drei Lebensjahre des Kindes insgesamt sechs zusätzliche Urlaubssemester zur Kinderbetreuung ("Erziehungssemester") zur Verfügung. Vom Studium können sich auch beide Eltern gleichzeitig beurlauben lassen, ohne dass sich der Gesamtanspruch an Urlaubssemestern verringert. Theoretisch können demnach beide Eltern gleichzeitig für 6 Semester aus Erziehungsgründen beurlaubt werden. Im Rahmen der Beantragung muss die Geburtsurkunde vorgelegt oder als Kopie eingereicht werden. Der Antrag auf Beurlaubung ist jedes Semester innerhalb der Fristen neu zu stellen.

Bis zum achten Lebensjahres Ihres Kindes können bei Bedarf individuell zwei weitere Urlaubssemester aus Erziehungsgründen beim Immatrikulationsamt beantragt werden. In der Regel müssen hierfür plausible Gründe vorliegen, die ggf. nachgewiesen werden müssen.

Vor der Beantragung des Urlaubssemesters ist es ratsam individuell zu prüfen, welche Konsequenzen die Einreichung eines Urlaubssemesters mit sich bringt. Generell hat die Beurlaubung folgende Auswirkungen:

  • Urlaubssemester zählen als Hochschulsemester, nicht aber als Fachsemester
  • Laut SächsHSG können auch während der Beurlaubung uneingeschränkt Studien- und Prüfungsleistungen erbracht werden (Achtung! Bei Bezug von ALG II ist es nicht erlaubt, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen.)
  • die BAföG-Zahlung wird unterbrochen; die Förderungshöchstdauer verlängert sich um die Anzahl der Urlaubssemester
  • Beantragung von ALG II möglich, wenn die allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind
  • die Pflichtversicherung in der studentischen Krankenversicherung läuft weiter, sofern ein Verdienst 400 EUR monatlich nicht übersteigt
  • kein Anspruch auf Kindergeld, es sei denn, zwischen dem Ende des Mutterschutzes und der Wiederaufnahme des Studiums liegen weniger als 4 Monate
  • studentische Nebenjobs sind voll sozialversicherungspflichtig

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Nachteilsausgleich

Ob im Fall von Elternschaft oder Pflege von Angehörigen Nachteilsausgleiche bei der Erbringung von Studien- und Prüfungsleistungen geltend gemacht werden können, ist in den Studien- und Prüfungsordnungen der verschiedenen Studiengänge verankert. In der Regel werden Nachteilsausgleiche in Form von Fristverlängerungen sowie alternativen Studien- und Prüfungsleistungen gewährt. Da es sich hier um Einzelfallentscheidungen handelt, die individuell mit dem Lehrpersonal verhandelt werden müssen, ist es ratsam, frühzeitig den Kontakt zu Dozenten oder Seminarleitern zu suchen. Weitere Ansprechpartner sind die Prüfungsämter, die Gleichstellungsbeauftragten der Fakultäten und die Fachschaftsräte. Gern unterstützt Sie auch das Campusbüro Uni mit Kind bei der Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen.

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Exmatrikukation

Da die Exmatrikulation weitreichendere Auswirkungen als die Beurlaubung hat, sollte dieser Schritt gut überlegt werden. In jedem Fall sollte vor der Entscheidung ein Beratungsgespräch mit einer/einem Studienfachberater/in erfolgen.

Folgende Auswirkungen sollten bedacht werden:

  • Durch Exmatrikulation verliert man in zulassungsbeschränkten Studienfächern den Studienplatz und muss sich bei Wiederaufnahme neue bewerben.
  • Bei Wiederaufnahme des Studiums können geänderte Studien- oder Prüfungsordnungen gelten. Es ist möglich, dass bereits erbrachte Leistungen nicht anerkannt werden oder neue Leistungen nachträglich erbracht werden müssen.

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Studieren mit Baby

Nach einigen Wochen oder Monaten Familienzeit haben Sie sich vermutlich schon gut in den Alltag mit Kind eingefunden und möchten (oder müssen) so langsam das Studium wieder aufnehmen. Die wichtigste Frage ist oft: "Was macht mein Baby, während ich studiere?"

Manche Mütter nehmen ihre noch ganz kleinen Babys im Tragetuch oder im Kinderwagen mit in Lehrveranstaltungen oder in die Bibliothek. Diese Lösung funktioniert meist nur, wenn das Baby in der Zeit wirklich zuverlässig schläft und Kommilitonen und Dozenten dafür aufgeschlossen sind, was nicht selbstverständlich ist.

Eventuell ist es sinnvoller, Ihr Kind betreuen zu lassen und sich in dieser Zeit wirklich intensiv auf das Studium zu konzentrieren. Vielleicht haben Sie das Glück, dass die Großeltern des Kindes bei der Betreuung helfend zur Hand gehen oder dass Sie ihre Studienzeiten mit denen Ihres Partners und ggf. anderer Studenteneltern so abstimmen können, dass jeder sich mal dem Studium, mal der Kinderbetreuung widmen kann.

Alternativ oder anschließend stehen Ihnen in Dresden umfangreiche Betreuungsmöglichkeiten für Ihr Baby zur Verfügung. Im Kapitel "Kinderbetreuung" auf diesen Seiten finden Sie alle notwendigen Informationen.

Wenn Sie noch Stillen, wenn es mit dem Studium (wieder) losgehen soll, kommen häufig Fragen zur Organisation der Stillmahlzeit auf.  Eine Variante ist es, sich das Kind regelmäßig zum Stillen vorbeibringen zu lassen, z.B. in Vorlesungspausen oder Lernzeiten in der Bibliothek. Leider sind bequeme Stillplätze an den Hochschulen noch recht selten. Viele Mütter finden jedoch "ihren" Stillplatz, an den sie sich zurückziehen können. Vielleicht möchten Sie auch lieber Milch abpumpen - eine gute Handmilchpumpe ist eine sinnvolle und nicht allzu teure Investition, die auch einer stillenden Studentin Zeit zum Studieren und - nicht zu vergessen - Freizeit verschafft. Abpumpen klappt bei manchen Frauen nicht auf Anhieb - eine ehrenamtlich arbeitende Stillberaterin kann Ihnen hier weiterhelfen.

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Studieren mit Kleinkind

Je älter Ihr Kind wird, desto leichter klärt sich in der Regel die Frage der Kinderbetreuung. Ab dem 01.08.2013 haben Sie einen Rechtsanspruch auf einen Kitnderbetreuungsplatz in einer städtischen Kindertageseinrichtung für Kinder ab einem Jahr. Planen Sie genug Zeit für die Eingewöhnungsphase ein und beginnen Sie, wenn möglich, ausreichend vor Semesterbeginn. Gerade in der "Fremdelphase" kann durchaus einige Zeit vergehen, bevor sich Ihr Kind sich in der neuen Umgebung so wohlfühlt, dass Sie beruhigt Ihrem Studium nachgehen können.

Wenn Ihr Kind gut untergebracht und versorgt ist, können Sie in Ruhe Ihrem Studium nachgehen - zumindest theoretisch. Praktisch sollten Sie sich darauf einrichten, dass gerade im Herbst und Winter eine Erkältung des Kindes auf die andere folgen kann, oder dass das angestrebte Pflichtseminar ausgerechnet außerhalb der Betreuungszeit angeboten wird. Es ist günstig, wenn Sie für solche Fälle einen "Notfallplan" parat haben.

Ein gut strukturierter Tagesablauf ist im engen Zeitplan von Studenteneltern sinnvoll. Wer beispielsweise zwischen den Vorlesungen Bibliotheksphasen einplant, kann so Lernzeit schaffen, welche eventuell am Abend durch nicht schlafende Kinder wegfällt. Auch "extreme Lernsessions" kurz vor den Prüfungszeiten, mit denen man früher die ein oder andere Klausur gemeistert hat, sind mit Kind nicht oder nur sehr begrenzt möglich.

Ob Sie Ihr Studium mit Kind zügig fortsetzen und beenden können, hängt zum großen Teil von Ihrer Selbstorganisation ab. Vielen Studenten, die vorher eher ein sehr "lockeres" Verhältnis zum Studieren hatten, fällt es jedoch mit Kind sogar leichter, sich wirklich auf das Studium zu konzentrieren - sei es, weil man eine klarere Perspektive vor Augen hat, oder auch, weil man durch ein Kind automatisch lernt, seine Zeit effektiver zu nutzen.

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Austausch und Netzwerke

Es kann das Studium mit Kind(ern) enorm erleichtern, wenn man sich sowohl im Studium als auch im Familienleben tragfähige Netzwerke aufbaut. So sind Sie vielleicht auf Mitschriften versäumter Lehrveranstaltungen von Kommilitonen angewiesen oder der "gute Draht" zum Dozenten vereinfacht die Absprache von alternativen Studienleistungen bei gehäuften Fehlzeiten. Darüber hinaus lohnt sich der Kontakt zu anderen Studenteneltern im eigenen und in anderen Fachbereichen. Die Erfahrungen anderer können oft besser weiterhelfen als manch professionelle Beratung.

Um mit anderen Eltern an der Hochschule in Kontakt zu treten, empfehlen sich unsere Treff- und Kursangebote, aber auch andere Angebote rund um den Campus oder in Dresden.

 

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